Bildung und Mission
Erste Dimension kirchlichen Lebens: Bildung und Mission
1. Angebote für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendarbeit soll sowohl vor Ort als auch überregional angeboten und durchgeführt werden.
Ein Ziel ist, Kinder und Jugendliche an den Glauben zu führen. Dabei ist es wich-tig, dass Kinder schon von klein auf an den Glauben herangeführt werden.
In der Kinder- und Jugendarbeit werden Grundlagen gelegt, die sich auf das ganze Leben auswirken können. Sie geschieht in der Überzeugung, dass Kinder und Ju-gendliche biblische Geschichten und kirchliche Traditionen zum Leben brauchen.
Die Arbeit mit Kindern fördert den Kontakt zu den Eltern und bietet die Möglichkeit, mit diesen ins Gespräch zu kommen und sie für die Mitarbeit in den Gemeinden zu gewinnen.
Kinder- und Jugendarbeit sollte für unterschiedliche Altersgruppen (von der Kinder-tagesstätte bis zu Jugendgruppe) und in unterschiedlichen Angebotsformen (Kin-dergarten, Kinderbibelwoche, Kindergottesdienst, Jungschar, Pfadfinder, Jugend-gruppe, Kinder- und Jugendfreizeiten, Konfirmandenunterricht, Projekte mit Schu-len, Fortbildung für Jugendliche, Theater, Musik, Chöre) durchgeführt werden.
Gut ausgebildete Ehrenamtliche bilden das Rückgrat der Kinder- und Jugendar-beit.
2. Fortbildung für Ehrenamtliche und Hauptamtliche
Bildung und Mission geschieht durch ausreichend qualifizierte Menschen und in guter Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen. Die Ehrenamtlichen Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter sollten für ihren jeweiligen Aufgabenbereich (Kinder-GD, Seniorenkreis, Besuche von Kranken etc.) ausgebildet werden. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung bestärkt die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement und unter-stützt die Motivation. Die Fort- und Ausbildung soll Menschen ermöglichen, ihre Talente zu entdecken und sie weiter zu entwickeln, um ihnen Sicherheit zu geben.
Im Blick auf die Zukunft ist die Förderung und Unterstützung des Nachwuchses in kirchenmusikalischem Bereich (Chöre, Posaunen, Flöten etc.) mit Nachdruck zu betreiben.
Die Kompetenzen und Ressourcen der aus- und fortgebildeten Ehrenamtlichen, sind durch eine gezielte Aufgabenverteilung im kirchlichen Bereich zu nutzen und zu schätzen. Die musikalischen, spirituellen oder pädagogischen Kompetenzen und Stärken der Ehrenamtlichen sollten bewusst wahrgenommen und eingesetzt werden.
Die Unterstützung und Wertschätzung von Ehrenamtlichen geschieht auch da-durch, dass ihnen Strukturen zur Verfügung stehen, die ihre Arbeit ermöglichen und unterstützen (Medien, Dienstleistung, Telefon, PC, Öffentlichkeitsarbeit etc.).
3. Theologische Bildung
Theologische Bildung hat das Ziel, das kirchliche Profil zu schärfen und den Glau-ben der Menschen unterschiedlicher Zielgruppen zu stärken. Kirchliche Bildungs-arbeit hilft Menschen, ihr Leben zu bewältigen, den Glauben zu festigen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Die Bildungsarbeit sollte eine Alphabetisierung in Glaubensangelegenheiten zum Ziel haben, da wir den Auftrag haben, die christliche Botschaft zu vermitteln, Fra-gen ernst zu nehmen und sie aus den biblischen Schätzen heraus zu beantworten. Bildungsarbeit hilft, Orientierung zu finden und Werte zu definieren.
Durch Glaubenskurse und Gesprächskreise über Glaubens- und Lebensthemen sollte eine Möglichkeit zum Gespräch für Glaubenssuchende angeboten werden. Glaubensgespräche ermöglichen mit Gleich- und Andersglaubenden in Kontakt zu sein auf der Suche nach Gott. Mit den verschiedenen Erfahrungen von Spiritualität und mit Toleranz können wir in Geschwisterlichkeit Kirche bilden. Viele Angebote der Frauenarbeit dienen der theologischen Bildung und geben die Möglichkeit dem Glauben Ausdruck zu verleihen.
Zu der kirchlichen Bildung gehört die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und theologischen Themen wie Armut und Reichtum, gerechte Wirtschaftsord-nung, die Friedenserziehung, die Nutzung von Kirchenland als Ökoflächen, um die Schöpfung zu bewahren. Im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Verhei-ßung werden Werte vermittelt für Menschenwürde und Frieden. Zur Bildungsarbeit gehört ebenfalls die Ökumene. Durch die weltweite Ökumene geschieht der Blick über den Tellerrand. Sie ermöglicht es, voneinander zu lernen und eine Außensicht wahrzunehmen.
Notwendig ist, ein kirchliches Bildungskonzept zu erstellen (von der Taufbegleitung bis zu Erwachsenenbildung), das ein mündiges und sprachfähiges Christsein för-dert und eine Beheimatung im christlichen Glauben ermöglicht.
Bildungsarbeit sollte altersübergreifende Angebote (Familienarbeit) und unter-schiedliche Methoden nutzen (Bibliodrama, Musical, Theater, Rollenspiel etc.).
Kirchliche Bildung sollte in Kooperation mit dem Christian-Jensen-Kolleg angeboten werden.
4. Kirchenmusikalische Angebote
Gemeinsam Gott zu loben, zu klagen und zu feiern durch Musik und Gesang ist ein geeigneter Zugang zu Spiritualität und zum Glauben.
Die Förderung und Ausbildung musikalischer Kräfte schenkt Selbstvertrauen, öff-net neue Horizonte und führt zu mehr Lebendigkeit im kirchlichen Leben.
Über lebendige Kirchenmusik nimmt man viele Menschen mit in die kirchliche Ar-beit. Musik und Kirchenchor sind niedrigschwellige Möglichkeiten, sich am kirchli-chen Leben zu beteiligen. Sie erreichen Menschen, die der Kirche fern stehen. Die Kirchenmusik ist eine missionarische Möglichkeit, Menschen an Glauben heranzu-führen, da sie zur Teilnahme an Gottesdiensten und Veranstaltungen motiviert.
Gemeinsames Singen und Musizieren verbindet und macht glücklich – sowohl Zuhörer als auch die Protagonisten.
Musik ist eine Möglichkeit, schon kleine Kinder im Vorschulalter an den Glauben heranzuführen. Sie unterstützt zudem die allgemeine Bildung und persönliche Entwicklung.
5. Konfirmandenunterricht
Ein erstklassiger Konfirmandenunterricht ist wichtig, um auch die Jugendlichen für kirchliche Themen und Arbeit zu motivieren. Es sollten mindestens 2 Veranstaltungen im Jahr für Eltern stattfinden mit Themen, die in die Zielgruppe passen (missionarische Gelegenheit). Konfirmandenunterricht mit Jüngeren (KU 4 bzw. KU 3/8) ermöglicht, die Lücke zwischen Kindertagesstätte und Konfirmandenunterricht zu schließen.
6. Gottesdienste in zeitgemäßer Form
Klare, gute Predigten sind ein wichtiges evangelisches Zeugnis in weltanschaulich diffuser Zeit. Gottesdienste in zeitgemäßer Form sind grundlegende Elemente christlicher Bildung und Mission.
Als flächendeckendes und regelmäßig wiederkehrendes Angebot haben sich Weltgebetstagswerkstätten und Weltgebetstagsgottesdienste bewährt. Die ehren- und hauptamtlich durchgeführten Gottesdienste vereinen Spiritualität und Bildung. Sie sind Bildungsarbeit durch das Kennenlernen anderer Länder und Glaubensrichtungen. Sie wirken missionarisch und bilden Gemeinschaft.
7. Kirche an anderen Orten
Es ist unsere Aufgabe, auf Menschen, die der Kirche fern stehen, zuzugehen, mis-sionarisch zu wirken und offen zu sein. Notwendig ist eine Veränderung der Haltung. Der Rahmen einer Orientierung an dem Allgemeingültigen sollte zugunsten einer Offenheit für andere Lebensformen und Lebenshaltungen gesprengt werden. Der Dialog zwischen der christlichen Botschaft und der säkularen Welt sollte intensiv wahrgenommen werden.
Der Dialog und die Mission fangen vor der Haustür an, zum Beispiel im Zusammenhang mit der politischen Gemeinde, der Feuerwehr, dem Sportverein, dem DRK usw.
Dazu ist eine offensive Öffentlichkeitsarbeit notwendig, da die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Gute Veranstaltungen und Ideen haben zu wenig Öffentlichkeit.
Die Kirche am Urlaubsort ermöglicht, Menschen in Lebenssituationen zu erreichen, in denen sie in der Regel auch offen für Neues sind.
Außerdem sollte kirchliche Bildungsarbeit durch die Einrichtung von drei evangelischen Schulen an der Westküste geschehen, weil es an ganzheitlicher, protestan-tischer Bildung in Nordfriesland mangelt.