Gemeinschaft
Vierte Dimension kirchlichen Lebens: Gemeinschaft
1. Gemeinschaft um eine Mitte
Gemeinschaft ist im gemeinsamen Glauben begründet. Sie findet bei allen Begeg-nungen im Namen Gottes statt. Das kann in vielfältigen Formen und bei unterschiedlichen Gelegenheiten geschehen: beim Pilgern, bei Andachten, biblischen Geschichten erzählen, Partnerschaften und ökumenischen Begegnungen, Grup-pen, Seminaren etc.
Die Gemeinschaft von Gottes Kindern ist integrativ und ökumenisch. Das Wohl aller Menschen steht vor wirtschaftlichen Interessen und wird bewahrt und geschützt. Daher ist diese Gemeinschaft nicht exklusiv. Sie muss einladen, integrie-ren und sich lebendig weiterentwickeln. Die kirchliche Gemeinschaft darf nicht Au-ßenseiter produzieren und sich selber genug sein.
Um diesen Aspekt zur Geltung zu bringen, könnte z. B. im Jahr 2017 eine Sabbath-Woche durchgeführt werden: eine Woche ohne Gremien, E-Mails und Briefe; nur Feier: Gottesdienste, Amtshandlungen, inhaltliche Öffentlichkeitsarbeit.
2. Kinder- und Jugendarbeit
Es ist wichtig, Jugendliche in schwierigen Lebensphasen zu begleiten. Da Familien nicht immer genügend Halt bieten für Kinder und Jugendliche, ist die Kinder- und Jugendarbeit unverzichtbar. Sie bietet Möglichkeiten und Chancen, Kinder und Ju-gendliche an den Glauben zu führen. Die Gemeinschaft im christlichen Glauben sollte für Kinder und Jugendliche erfahrbar gemacht werden, indem sie Gleichge-sinnte kennenlernen, Begegnungen ermöglicht werden und der Glaube greifbar wird. Auf Kinder- und Jugendreisen entsteht ein hohes Maß an Bindung, Bezie-hung und Nähe. Weniges bleibt so sehr in positiver Erinnerung wie eine gelungene Fahrt im jugendlichen Alter.
Kinder- und Jugendarbeit kann auch als Projektarbeit gestaltet werden, das heißt Bindung Jugendlicher für einen überschaubaren Zeitraum ermöglichen, z. B. in den Ferien. Folgeprojekte sind möglicherweise auch dauerhaft einzurichten.
Durch die Beteiligung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit werden Jugendliche damit vertraut, Verantwortung zu übernehmen. Sie bekommen das Gefühl etwas zu schaffen, das anderen hilft und gut tut. Sie lernen früh, an andere zu denken.
3. Gottesdienste
Gottesdienste sind ein Sammelpunkt für die Gemeinde, ein Ort, um Gemeinschaft zu erleben und Beziehungen zu pflegen. Auch Kasualgottesdienste sind bezie-hungsstiftend, da sie Menschen in Übergangssituationen begleiten.
Die gottesdienstliche Gemeinschaft soll durch mehr Beteiligung der Laien an Gottesdiensten gefördert und sichtbar werden. Durch Gottesdienste, die eine Beteiligung ermöglichen, wird Gemeinschaft besonders erlebt, z. B. Krippenspiel, Musical etc.
Gottesdienste, die den Gemeinschaftscharakter in den Vordergrund stellen, sollten erhalten bleiben: Zum Beispiel der Gründonnerstagsgottesdienst mit Essen in der Kirche und der Epiphanias Gottesdienst als Eiderstedter regionaler Gottesdienst für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Wünschenswert ist eine lebendige Liturgie, da sie in unseren Gottesdiensten oft traurig und leblos klingt. Liturgie und Rituale müssen eingeübt werden. In der Wiederholung liegt die Kraft, etwas zu verinnerlichen.
4. Kirchenmusik
Die Kirchenmusik fördert besonders durch die Chorarbeit die Gemeinschaft. Sie stiftet enge, bleibende Bindungen. Da sie die Seele erreicht und Ausdrucksform des Glaubens ist. Musikalische Gruppen stiften Gemeinschaft. Menschen nehmen einander wahr, Erlernen soziales Verhalten und erfahren kontinuierliche Begleitung.
5. Kirchengemeinden als Ort des Erlebens von Gemeinschaft
Durch die Kirchenarbeit vor Ort wird die Dorfgemeinschaft gestärkt. Durch Konfirmandenunterricht, Seniorenarbeit, Gesprächskreise, Essen in Gemeinschaft, Gemeindefeste und Gottesdienste werden Menschen unterschiedlicher Zielgruppen und Altersgruppen zusammengeführt und gemeinschaftliches Leben ermöglicht. Durch gemeinsame Erlebnisse, wie die Fahrt zum Kirchentag, Freizeiten und übergreifende Aktionen, werden Menschen gestärkt und gestützt. Gebetskreise und Hauskreise dienen der gegenseitigen Ermutigung und helfen sich im Glauben weiter zu entwickeln. Durch gemeinsame Aktionen lernen Menschen sich kennen, bauen Kontakte und Beziehungen im Raum der Kirche aus und finden ihren Platz. Im Gespräch mit anderen engagierten Christen können Standpunkte ausgetauscht und noch nicht vorhandene entwickelt werden.
Die Gemeinschaft wird zudem durch die Öffentlichkeitsarbeit und den Gemeindebrief gestärkt, da jedes Gemeindeglied über das Leben unterrichtet wird und zur Teilnahmen eingeladen wird.
Um die Zukunftsfähigkeit der Ortsgemeinden zu erhalten, müssen überlebensfähi-ge Strukturen geschaffen werden – aber nicht verordnet, sondern entwickelt von der Gemeinde vor Ort.
6. Gelebte Gemeinschaft durch Ökumenische Partnerschaften
Der Kirchenkreis pflegt Partnerschaften mit Kirchen in Brasilien, Tansania, Estland und England. Durch sie wird die Verbundenheit im Glauben über Landesgrenzen hinweg sichtbar. Die Unterschiede werden als Bereicherung wahrgenommen. Zur Stärkung dieser Partnerschaften sollten z. B. gemeinsame Gottesdienstformen erarbeitet werden, die unsere Gottesdienste bereichern. Die unterschiedlichen Aus-drucksformen des Glaubens können den eigenen Horizont erweitern. Indem Chris-ten hier für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung eintreten, unterstützen sie die Christen in den Partnerländern.
7. Vernetzung und Stärkung des Ehrenamtes
Um die Gemeinschaft zu stärken, sollten alle vorhandenen ehrenamtlichen Kräfte genutzt werden und neue Zugänge zur Zusammenarbeit geschaffen werden über eine Vernetzung der Arbeitsbereiche. Die Vernetzung könnte durch eine gemeinsame Ausrichtung auf ein Ziel oder eine Aufgabe hergestellt werden, zum Beispiel: „Suchet der Stadt (und Dörfer) Bestes“. Dazu gehört eine verstärkte gegenseitige Wahrnehmung und Akzeptanz (statt Konkurrenz) zwischen Kirchengemeinden und Diensten und Werken.
Durch eine bessere Vernetzung der Kirchengemeinden über die Kirchturmspitze hinaus in den Bereichen Musik, Kinder- und Jugendarbeit, Friedhöfe etc. könnte der Unsicherheit gerade in kleinen Kirchengemeinden bezüglich der Fortsetzung der inhaltlichen Arbeit entgegen gewirkt werden.
Durch die Förderung und Unterstützung Ehrenamtlicher können Hauptamtliche z. B. in der Kinderkirche, Gottesdienst, Jugendgruppe etc. entlastet werden.
8. Kirche am Urlaubsort
Da man im Urlaub Zeit füreinander hat, können Aktivitäten der Kirche am Urlaubsort den Zusammenhalt in der Familie unterstützen.