Die Losung

So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.
5.Mose 7,9

Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!
Römer 3,3-4

Gottesdienst und Spiritualität

Zweite Dimension kirchlichen Lebens: Gottesdienst und Spiritualität
1. Gottesdienst als Zentrum der Gemeinde
Der Gottesdienst gilt als Zentrum der Gemeinde. Daher sollte eine Verbindung be-stehen zwischen den übrigen Angeboten (Kinder- und Jugendarbeit, Kindertages-stätte, Gesprächskreise, Frauenarbeit etc.) und den Gottesdiensten. Gottesdienste benötigen eine Hinführung zu Gottes Wort durch Gesprächsangebote in der Ge-meinde und eine gemeinsame Vorbereitung.
Gottesdienste werden als Sammelpunkt der Gemeinde erlebt, als Ort um Beziehungen zu pflegen. Abendmahls-, Konfirmations-, Kinder- und Jugendgottesdiens-te sind ein reicher Schatz. Besonders die Feier des Abendmahls als Feier der Ge-genwart Gottes stiftet Gemeinschaft.

2. Gottesdienste zu bestimmten Themen und für bestimmte Zielgruppen
Gottesdienste zu bestimmten Themen und für bestimmte Zielgruppen können die Vernetzung zu anderen Bereichen kirchlicher Arbeit herstellen. Dabei sollte es auch Gottesdienste geben, die in der Form offen sind für die jeweilige Zielgruppe und für Suchenden und Neugierige, um die Vielfalt von Glauben zu erfahren und aufzuzeigen. Um attraktive Gottesdienste zu gestalten, sollten neue Formen ent-deckt, probiert und praktiziert werden.
Gottesdienste für und mit Kindern sowie Gottesdienste oder Andachten in Zusam-menarbeit mit den Kindertagesstätten nehmen die Aufgabe der Taufbegleitung ernst. Gottesdienste für Klein und Groß führen in Formen der Spiritualität ein, ver-mitteln Glaubensgeschichten, ermöglichen das Erleben von Gemeinschaft und Heimat in der Kirche.
Gottesdienste für und mit Jugendlichen verändern den „tristen Gottesdienst“, so dass er ihnen gefällt und Spaß macht.
Gottesdienste zum Weltgebetstag sind eine gelungen Verbindung von Themenori-entierung und Zielgruppenorientierung. Sie vereinen Spiritualität, Gottesdienst, Bil-dung, Mission und Gemeinschaft.
Gottesdienste, Andachten, Feste und Familienveranstaltungen der Urlauberseel-sorge sind sowohl für Einheimische als auch für Urlauber eine Möglichkeit, Kirche für und mit anderen zu sein, um eine gastgebende, einladende und offene Ge-meinde zu erleben.
Thematische Gottesdienste (z. B. zum Thema Armut, Ausgrenzung etc.) können Betroffene einbeziehen.

3. Musikalisch gestaltete Gottesdienste
Musik erreicht die Seele und drückt alles aus, was nicht in Worte zu fassen ist. Kir-chenmusik ist Verkündigung als gesungener, gespielter und gelebter Glaube. Sie ist Seelsorge, indem Menschen sich an der Musik erfreuen und sich als Mitsänger im Chor angenommen fühlen. Sie bildet Gemeinschaft und ermöglicht eine Behei-matung in der Kirche.
Chöre (besonders Projektchöre) sind eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich am gottesdienstlichen Leben zu beteiligen. Aufgrund unterschiedlicher Interessen sollten möglichst auch unterschiedliche Chöre und zeitgemäße Musik (Gospelchor, Popularmusik etc.) angeboten werden.

4. Qualität der Gottesdienste
Einladend gestaltete, gut gemachte, achtsam vorbereitete und nicht ausgrenzend vollzogene Gottesdienste sowie gute Predigten wirken nachhaltig. Sie ermöglichen persönliche Neuanfänge und stärken die Gemeinschaft. Gottesdienste und Amts-handlungen sind eine Chance, missionarisch zu wirken. Gottesdienste zur Le-bensbegleitung geben Kraft, Trost, Segen und Gemeinschaft. Qualitätsvolle Amtshandlungen können Leuchtfeuer für Christenleben sein und bieten Anknüpfungs-punkte.
Klare, gute Predigten sind notwendig, da Menschen Wegweisung und Wahrheit brauchen. Zur Vorbereitung brauchen Predigerinnen und Prediger Zeit, Raum und Muße.
Gottesdienste sollten von mehreren gemeinsam gestaltet werden, damit die Pasto-rinnen und Pastoren nicht zu Alleinunterhaltern werden und vielfältige Gaben zur Geltung kommen. Für die aktive Mitgestaltung der Gottesdienste ist eine Qualifizie-rung und Aktivierung von Gemeindegliedern in Wort und Musik notwendig.
Gottesdienste, in denen die Gemeinschaft besonders gestaltet wird (z.B. Gründonnerstagsessen in der Kirche, Epiphanias in Garding etc.) machen Kirche lebendig und nehmen vielen Menschen die Angst.

5. Gottesdienste und Spiritualität
Neben den Gottesdiensten sind Angebote für Meditation, Gebet, Spiritualität und Auseinandersetzung mit Glaubens- und Lebensfragen in Gesprächskreisen notwendig. Durch Meditation und Gebet wird der Glaube als Lebenshilfe erfahrbar.
Spirituelle Angebote sollten in der Region aufeinander abgestimmt werden.

6. Erhalt der Kirchen
Um Gottesdienste in angemessener Form durchführen zu können, müssen Kirchen erhalten und ausgestattet sein. Offene Kirchen mit oder ohne kirchenpädagogische Anleitung geben Raum zur Besinnung und zur Wahrnehmung.

7. Gottesdienste in der Region
Angesichts der Vielzahl der Kirchen in Nordfriesland besteht die Möglichkeit, Schwerpunktkirchen einzurichten und Gottesdienste zu unterschiedlichen Zeiten anzubieten.